Volksinitiative für den Bau einer Stadtbahn in Hamburg
Argumente dagegen Argumente der Gegner


Die Argumente der Stadtbahngegner

Stadtbahn_Marsseille_Stefan_von_Mach
Hier finden Sie die häufigsten Argumente der Stadtbahngegner...und unsere Antworten darauf:

  • Die Stadtbahn ist wie eine Elbphilharmonie auf Schienen - völlig unbezahlbar!
    Falsch! Die Elbphilharmonie ist architektonisches Neuland und wurde in der Form noch nie gebaut. Das macht die Kostenprognosen dort so schwierig.
    Im Gegensatz dazu lassen sich die Kosten der Stadtbahn sehr genau kalkulieren, weil es weltweit genügend Erfahrungswerte aus anderen Stadtbahnstädten gibt, die in die Hamburger Kostenkalkulation natürlich mit einfließen.
    Trotz der angespannten Finanzlage ist der Bau der Stadtbahn definitiv bezahlbar. Bis zu 60% der Baukosten trägt der Bund und der Betrieb wird sogar günstiger sein als der heutige Busverkehr.[1]
    Es wäre also gegenüber dem Steuerzahler unverantwortlich, die Bahn nicht zu bauen!
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  • Die Stadtbahn ist ein unnötiges Prestigeprojekt!
    Nein! Die Stadtbahn ist dringend nötig, weil ohne die Bahn das Verkehrschaos in Hamburg weiter zunehmen wird! Die Staus auf den Straßen werden immer länger und die Busse werden immer überfüllter. Die Bahn wird dagegen jeden Tag mehr als 30.000 Autofahrten einsparen. Dies kommt allen Autofahrern in Hamburg zugute.
    Dazu kommt, dass der Hamburger Senat bis zum Jahr 2012 zwei Millionen Tonnen CO2 einsparen muß.[2] Dieses Ziel ist ohne die Stadtbahn nicht zu schaffen.
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  • Die Stadtbahn ist nicht wirtschaftlich!
    Falsch! Die Stadtbahn wird im täglichen Betrieb günstiger sein, als der heutige Busverkehr. Das liegt daran, dass ein Stadtbahnzug doppelt so viel Fahrgäste transportieren kann, wie ein Bus. Das spart enorm viel Personal- und Fahrzeugkosten.[1] Dazu kommt, dass Stadtbahnzüge mehr als dreimal so lang haltbar sind, wie ein Bus.
    Unwirtschaftlich wäre es, die Bahn nicht zu bauen und stattdessen mittelfristig doppelt so viel Busse einsetzen zu müssen.
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  • Stadtbahnen sind altertümlich und haben nichts mit moderner Verkehrsplanung zu tun!
    Falsch! Die "autogerechte Stadt" mit getrennten Ebenen (U-Bahn im Tunnel, breite Autoschneisen an der Oberfläche, etc.) ist ein altertümliches Ideal der 60er Jahre und hat sich in der Praxis als untauglich erwiesen. Die moderne Verkehrsplanung in Großstädten setzt auf ein Miteinander von Autoverkehr, öffentlichem Nahverkehr und Fußgängerverkehr an der Oberfläche.
    Dazu gehört auch die Stadtbahn: Sie ist für die Fahrgäste schneller erreichbar, als eine dunkle U-Bahn-Station in 30 Metern Tiefe, außerdem ist sie schnell, pünktlich und klimafreundlich.
    Aus diesem Grund haben Metropolen wie Paris, Bacelona und Madrid die Stadtbahn in den letzten Jahren "wiederentdeckt" und modernste Systeme aufgebaut.
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  • Die Stadtbahn ist ökologisch nicht sinnvoll!
    Falsch! Stadtbahnen verbrauchen pro Person ein Viertel weniger Energie als Busse.[1] Außerdem stoßen sie weder Ruß noch CO2 aus und können mit Öko-Strom versorgt werden (wie bereits die Hamburger S-Bahn). Da kann kein noch so moderner Bus mithalten.
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  • Die Verkehrsbelastungen für die Anwohner sind immens!
    Falsch! Im Gegenteil: Jeden Tag werden - nach Prognosen der Hochbahn - rund 73.000 Menschen mit der Stadtbahn fahren.[3] Wissenschaftliche Studien belegen, dass fast jeder zweite Stadtbahn-Fahrgast sein Auto bewusst stehen lässt.[4] Das ist im Vergleich zum Bus eine unglaublich hohe Zahl. Das bedeutet: Jeden Tag werden durch die Stadtbahn mehr als 30.000 Autofahrten in Hamburg eingespart. Würde man alle diese Auto hintereinander aufstellen, würde das eine PKW-Schlange von 210 Kilometer Länge ergeben! Dies bedeutet für die Anwohner der Stadtbahn also eine enorme VerkehrsENTlastung!
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  • Statt der Stadtbahn sollte lieber das Busnetz ausgebaut werden!
    Würde man auf die Stadtbahn verzichten und stattdessen mehr Busse einsetzen, würde der Autoverkehr - vor allem in WInterhude - garantiert zusammenbrechen. Am Winterhuder Markt verkehren die Busse schon jetzt im 5 Minutentakt. Bei einer Verdichtung auf einen 2,5 Minutentakt wäre Chaos vorprogrammiert.
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  • Wenn die Stadtbahn kommt, können in der Ohlsdorfer Str. keine Umzugs- und Lieferwagen mehr parken!
    Ja, die Ohlsdorfer Straße ist eng. Allerdings fahren dort ja auch jetzt schon im dichten Takt Linienbusse – ohne Probleme. Außerdem ist es möglich, am Anfang und am Ende der Straße zusätzliche Weichen in die Stadtbahngleise einzubauen.
    Das bedeutet: Falls mal ein Umzugs- oder Lieferwagen eine Fahrspur blockiert, können die Stadtbahnen immer noch eingleisig an der Stelle vorbeifahren.
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  • Die Stadtbahn sorgt an den Kreuzungen für längere Staus!
    Das ist falsch! Stadtbahn braucht an den Kreuzungen zwar sofort „grün“, wenn ein Zug im Anmarsch ist – allerdings nur für wenige Sekunden.
    Entlang der geplanten Strecke sollen hochmoderne Ampelanlagen zum Einsatz kommen. Sie können – lange bevor sich ein Zug nährt – blitzschnell errechnen, wann der Zug an der Ampel eintreffen wird. Der Ampelcomputer passt dann dynamisch die Rot- und Grünphasen für den Autoverkehr an. Das heißt: Von jeder Grünphase werden ein paar wenige Sekunden „abgezwackt“ bis der Zug da ist und „durchrauschen“ kann.
    Der Autoverkehr wird davon so gut wie gar nicht beeinflusst – im Gegenteil: Erfahrungen in Paris haben gezeigt, dass der Autoverkehr dank der Stadtbahn an den Kreuzungen sogar flüssiger läuft, als vorher.
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Quellen:
[1] "Die Tram kommt", 01.02.2007, Die Zeit
[2] "Elektromobilität in Modellregionen", 24.08.2009, HySolutions GmbH (Tochterunternehmen der Hochbahn) (PDF)
[3] "Route für die neue Stadtbahn steht fest", 08.01.2009, Norddeutscher Rundfunk
[4] Handbuch der kommunalen Verkehrsplanung. VDE, 2009, Thomas Naumann

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